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Geburt eines Kindes

Neugeborene

Neugeborene, © dpa-Zentralbild

30.04.2018 - Artikel

Wenn ein deutscher Staatsangehöriger im Ausland geboren wird, kann die Geburt auf Antrag im Geburtenregister beim zuständigen Standesamt in Deutschland beurkundet und eine deutsche Geburtsurkunde ausgestellt werden.

Eine gesetzliche Verpflichtung zur Beurkundung der Geburt in einem deutschen Geburtenregister besteht nicht. Es ist aber auf Antrag möglich, die Geburt beim zuständigen Standesamt in Deutschland beurkunden und eine deutsche Geburtsurkunde ausstellen zu lassen.

Zuständig ist das Standesamt am Inlandswohnsitz des Kindes bei Antragstellung, ersatzweise der Inlandswohnsitz der antragberechtigten Person. Sofern das volljährige Kind bzw. der Antragsteller oder das minderjährige Kind und seine Eltern jemals im Inland wohnhaft waren, ist das Standesamt I in Berlin zuständig.

Grundsätzlich gibt es keine Frist für die Abgabe einer Geburtsanzeige, jedoch gibt es eine Ausnahme für Kinder, deren Eltern nach dem 31. Dezember 1999 im Ausland geboren wurden.

In welchen Fällen ist eine Nachbeurkundung sinnvoll oder erforderlich?

Sollte die in der ausländischen Geburtsurkunde verlautbarte Namensführung des Kindes nicht dem Wunsch der Eltern entsprechen oder sollen die Abstammungsverhältnisse des Kindes auch für den deutschen Rechtsbereich zweifelsfrei geklärt werden, beispielsweise bei einer Vaterschaftsanerkennung zu dem Kind oder bei einer im Ausland durchgeführten Adoption, kann eine Nachbeurkundung sinnvoll sein.

Erforderlich ist die Geburtsanzeige dann, wenn Sie Ihrem Kind rechtsverbindlich einen Mittelnamen erteilen möchten. Das dänische Recht kennt diesen als eigenständige Namenskategorie, das deutsche Recht dagegen nicht. Die Eintragung eines Mittelnamens in einen deutschen Pass oder Personalausweis ist nach derzeitiger Rechtslage auch ohne Vorlage einer deutschen Geburtsurkunde möglich. Eine Rechtssicherheit, dass der Mittelname auch künftig in ein deutsches Identitätspapier eingetragen werden kann, besteht jedoch nur nach Beurkundung in einem deutschen Geburtsregister.

Namensführung des Kindes

Nach deutschem Recht erhält das Kind den Ehenamen der Eltern als Geburtsnamen, wenn die Eltern zum Zeitpunkt der Geburt miteinander verheiratet waren und einen gemeinsamen Ehenamen geführt haben. In Fällen, wo die Eltern miteinander verheiratet sind, aber keinen gemeinsamen Ehenamen führen, oder die Eltern nicht miteinander verheiratet sind und ein anderer Familienname für das Kind als der der Mutter gewünscht wird, müssen die Eltern im Rahmen der Geburtsanzeige eine Namenserklärung abgeben. Das Antragsformular für die Geburtsanzeige beinhaltet eine Namenserklärung. Sofern beide Elternteile ausschließlich deutsche Staatsangehörige sind, kann für die Namensführung des Kindes nur deutsches Recht gewählt werden (1. Kästchen auf Seite 4 des Antrags - § 1617/1617b BGB). Wenn einer der Elternteile eine andere Staatsangehörigkeit als die deutsche besitzt, können die Eltern eine Rechtswahl in das Heimatrecht des ausländischen Elternteils treffen (3. Kästchen auf Seite 4 des Antrags – Art. 10 (3) EGBGB). Soll das Kind den durch Registrierung seiner Geburt in Dänemark erworbenen Namen führen, kann dieser Name für den deutschen Rechtsbereich zum Geburtsnamen des Kindes bestimmt werden (4. Kästchen auf Seite 4 des Antrags – Art. 48 EGBGB).

Falls eine Namenserklärung für das Kind erforderlich ist, müssen die Unterschriften der Eltern auf dem Antrag beglaubigt werden. Die Unterschriftsbeglaubigung kann von der Botschaft vorgenommen werden, wenn die Ehegatten persönlich anwesend sind. Hierfür ist eine vorherige Terminbuchung erforderlich. Die Gebühr für die Beglaubigung der Unterschriften beträgt 25,- € und kann in bar in Dänischen Kronen oder mit Kredit-/Debitkarte in Euro (Visa oder Mastercard) bezahlt werden.   

Welche Unterlagen werden benötigt?

Neben dem Antragsformular müssen in der Regel folgende Unterlagen als beglaubigte Kopie vorgelegt werden:

  • Geburtsurkunde bzw. dänisches „Personattest“ (Auszug aus dem Personenstandsregister)
  • Bei Vorlage einer dänischen Geburtsurkunde („Fødselsattest“, nicht „Personattest“) ist auch eine „Bekræftelse af fødested/Confirmation of Place of Birth“ zum Nachweis des Geburtsortes notwendig
  • Heiratsurkunde der Eltern
  • gültige Reisepässe/Personalausweise beider Eltern
  • Geburtsurkunden beider Eltern
  • ggf. Nachweis einer wirksamen Vaterschaftsanerkennung
  • ggf. Bestätigung der dänischen Vaterschaftsanerkennung, falls eine Vaterschaftsanerkennung in Dänemark erfolgt ist („Bekræftelse af omsorgs- og ansvarserklæring/Confirmation of statement of Care and Responsibility“); die Bescheinigung ist nicht identisch mit dem Ausdruck nach Durchführung der elektronischen Vaterschaftsanerkennung und ist erhältlich in Ihrem Kirchenbüro
  • ggf. Scheidungsurteil oder Sterbeurkunde
  • ggf. deutsche Einbürgerungsurkunde oder Staatsangehörigkeitsausweis
  • Abmeldebescheinigung aus Deutschland oder eine aktuelle Meldebescheinigung vom deutschen Wohnsitz
  • dänischer Wohnsitznachweis („Bevis for registrering“, „Opholdskort“, „Bopælsattest“)
  • Wenn die vorzulegenden Unterlagen nicht in deutscher Sprache sind, muss grundsätzlich eine Übersetzung vorgelegt werden.

Falls ein Teil Ihrer Personenstandsurkunden nicht in Deutschland oder der EU ausgestellt wurde, klären Sie bitte vorher ab, in welcher Form diese vorgelegt werden müssen, um in Deutschland anerkannt zu werden. Dies können Sie auf der Homepage der deutschen Botschaft des Landes nachsehen, in dem die Urkunde ausgestellt wurde. Informationen zu den hiervon betroffenen ausländischen Urkunden finden Sie auch hier.

Wenn Sie Zweifel haben, ob die Unterlagen in Ihrem Fall ausreichend sind, können Sie sich gerne an die Botschaft wenden. Bitte schildern Sie Ihre Situation so ausführlich wie möglich und nutzen Sie das Kontaktformular.

Für eine persönliche Beratung in Ihrem konkreten Fall vereinbaren Sie bitte einen Termin.

Die Beglaubigung von Kopien für Ihren Antrag kann im Rahmen des persönlichen Beratungstermins in der Botschaft vorgenommen werden.  Bitte bringen Sie hierfür die Original-Dokumente sowie zwei komplette Sätze von Kopien mit. Die Beglaubigung von Kopien ist gebührenpflichtig. Die Gebühr für die Kopiebeglaubigung beträgt 10,- € für 10 Seiten und 1,- € für jede weitere Seite und kann in bar in Dänischen Kronen oder mit Kredit-/Debitkarte in Euro (Visa oder Mastercard) bezahlt werden.

Wenn Sie keine persönliche Beratung benötigen und auch keine Unterschriftsbeglaubigung erforderlich ist, können Sie einen Termin für die Beglaubigung von Kopien vereinbaren. Bei unseren Honorarkonsuln vereinbaren Sie bitte vorher telefonisch einen Termin. Zum Termin bringen Sie bitte einen kompletten Satz von Kopien mit. Kopiebeglaubigungen können Sie auch bei jeder deutschen amtlichen Stelle vornehmen lassen.

Senden Sie den Antrag und die beglaubigten Kopien postalisch an das zuständige Standesamt. Wenn im Rahmen der Geburtsanzeige eine Namenserklärung abgegeben werden muss, erfolgt die Übersendung des Antrags an das zuständige Standesamt durch die Botschaft.

Was kostet die Geburtsanzeige?

Die Gebühren für die Beurkundung der Geburt und die Ausstellung beantragter Geburtsurkunden werden von den einzelnen Bundesländern festgesetzt und können daher unterschiedlich sein. In den meisten Fällen werden folgende Gebühren erhoben:

Die Gebühr für die Eintragung im Geburtenregister beträgt 60,- €. Dieser Betrag erhöht sich um 20,- €, wenn ausländisches Recht zu beachten ist. Die Gebühren betragen zurzeit 10,- € für eine Geburtsurkunde, für jede weitere gleichzeitig bestellte Ausfertigung der gleichen Urkunde 5,- €. Die Bearbeitung der Geburtsanzeige erfolgt nur nach Vorkasse, die Antragsteller erhalten dafür nach Antragstellung eine entsprechende Zahlungsaufforderung mit den erforderlichen Kontodaten. Diese Gebühren müssen direkt beim Standesamt beglichen werden.

Wie lange dauert die Ausstellung der Geburtsurkunde?

Die Bearbeitungszeit hängt vom zuständigen Standesamt ab und ist von Ort zu Ort unterschiedlich. Bitte beachten Sie, dass die Bearbeitungszeit beim Standesamt I in Berlin z. Z. ca. vier Jahre beträgt. Sofern eine Namenserklärung erforderlich ist, wird der Geburtsname des Kindes unabhängig von der Geburtsanzeige nach etwa zwei bis drei Monaten vom Standesamt I in Berlin bestätigt. Sobald die Namensführung des Kindes bestätigt ist, kann ein deutscher Reisepass ausgestellt werden.

Antworten auf weitere Fragen zur Geburt eines Kindes finden Sie hier.

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Fragen und Antworten zur Geburt eines Kindes

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